Berufsorientierung: Welcher Weg passt zu meinen Stärken?

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Was will ich werden, wenn ich groß bin? Glücklich! Ein schönes Ziel, doch welcher Weg ist der richtige und verspricht Glück und Erfolg? Am Ende ihrer Schulzeit stehen die Jugendlichen vor dieser schwierigen Entscheidung: studieren oder eine Berufsausbildung machen? Glaubt man den demografischen Zahlen, scheinen mittlerweile mehr als die Hälfte der Schulabgänger davon auszugehen, dass ein Hochschulstudium die beste Voraussetzung für den beruflichen Erfolg bietet. Denn die Zahlen der Studenten an unseren Universitäten wachsen stetig, aber leider auch die der Studienabbrecher.

Berufswege, Berufsorientierung Chemie

Wie es gelingen kann, junge Menschen frühzeitig bei ihrer Berufsorientierung zu begleiten und gemeinsam den passenden Berufsweg zu finden, darüber diskutierten Eltern, Lehrer und Industrievertreter beim Forum „Wirtschaft trifft Schule“ bei Provadis. „Nicht wenige sind mit dem Übergang von der Schule in den Beruf unabhängig von Zeugnis und Noten schlichtweg überfordert“, sagte die Wiesbadener Stadträtin Rose-Lore Scholz. Deshalb sei es so wichtig, dass Schule, Eltern und Wirtschaft bei der Berufsorientierung individuell unterstützen und noch enger zusammenarbeiten. Die Eltern spielen bei der Wahl des Berufswegs als wichtiger Ratgeber eine entscheidende Rolle, betonte auch Oberstudienrat Helmut Walter vom Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Schüler für Ratschläge aus der Berufspraxis aufgeschlossen sind“, sagte Christine Georg, Schulleiterin der Heinrich-Kraft-Schule Frankfurt. Die Schüler profitieren vor allem von den Gesprächen mit den Ausbildern und Azubis in den Betrieben, so ihre Beobachtung.

Hans-Joachim Bärenfänger, Mitglied des Landeselternbeirats, beschrieb die schwierige Aufgabe der Eltern, auf der einen Seite zu erkennen, was die Kinder wollen und auf der anderen Seite den Ansprüchen der Wirtschaft und Gesellschaft gerecht zu werden. Die Vermittlung einer zukunftsfähigen Bildung sei Aufgabe der Schule, und die Wirtschaft müsse ausreichende Praktikums- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Frühzeitige Praxiserfahrungen in Betrieben helfen zusätzlich, Interessen und Stärken zu erkennen. Als größter Bildungsdienstleister in Hessen bietet Provadis allein und gemeinsam mit Kooperationspartnern vielfältige Orientierungsangebote und informiert auf Wunsch auch direkt vor Ort in den Realschulen oder Gymnasien.

Chemieindustrie: attraktiv und vielversprechend

Berufsorientierung: Schule und berufliche BildungNoch immer wissen viele Eltern und Jugendliche zu wenig über die Möglichkeiten, die eine berufliche Ausbildung beispielsweise in der chemisch-pharmazeutischen Industrie bietet, ist Dr. Udo Lemke, Geschäftsführer der Provadis am Industriepark Höchst, überzeugt. Nach seiner Auffassung sollten auch die Lehrer ihre Schüler nicht nur über das Studium, sondern stärker auch über berufliche Ausbildung beraten. So sind beispielsweise am Industriestandort Frankfurt-Höchst 80 Prozent der Arbeitskräfte Facharbeiter und „nur“ 20 Prozent Akademiker. „Wir arbeiten daran, dass das auch so bleibt, aber es fällt zunehmend schwerer, qualifiziertes Fachpersonal auszubilden, weil die Studierneigung zunimmt“, erklärte Dr. Lemke. Dabei ist eine berufliche Ausbildung heute noch viel stärker als früher eine ideale Basis für eine erfolgreiche berufliche Entwicklung. Denn durch die Schulformverschiebung ist der Weg bis zum Studium auch ohne Abitur offen. Wer sich beispielsweise als ausgebildete Chemiefachkraft heute parallel zum Beruf mit Meisterkursen fortbildet oder ein duales Studium absolviert, hat genau die gleichen Aufstiegsmöglichkeiten wie ein Akademiker. An der Provadis Hochschule im Industriepark Höchst gibt es zahlreiche Absolventen, die durch das berufsbegleitende Studium eine Position übernehmen konnten, die früher nur für Absolventen der Universitätsstudien erreichbar war. Wichtig ist es, den Beruf zu wählen, der den Neigungen entspricht – die Entwicklungsmöglichkeiten sind dann vielfältig und jeweils individuell. Mehr dazu erfahren Sie im Provadis Bildungsreport.

Neue Ausbildungsprogramme auch im Handel

Um Abiturienten eine attraktive Ausbildungs-Alternative zu bieten, geht Provadis seit einiger Zeit auch im Handel neue Wege. Zusätzlich zu den dualen Studiengängen an der Provadis Hochschule hat der Bildungsexperte gemeinsam mit der Lidl Vertriebs-GmbH & Co. KG Alzenau und der Ludwig-Erhard-Schule in Frankfurt sowie der IHK Frankfurt mit der Qualifizierung zum Handelsfachwirt/-in ein vielversprechendes Programm entwickelt. Das Besondere an diesem neuen Berufsmodell ist die Kombination aus dualer Ausbildung und anschließender Fortbildung sowie insgesamt drei Prüfungsabschlüssen in nur drei Jahren. „Das Abiturientenprogramm ist anspruchsvoll, weil man in kurzer Zeit viele Lerninhalte erarbeiten muss“, sagt die 24-jährige Sabine Martel, die gerade die Fortbildungsphase bei Provadis absolviert. „Ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe, weil ich so die Voraussetzungen erhalte, in naher Zukunft eine Führungsposition im Einzelhandel zu übernehmen.“ Auch der 20-jährige Florian Sauter ist von dem Programm überzeugt: „Als Alternative zum Studium ist es ideal und lukrativ, weil man schon Geld verdienen kann und drei Prüfungen in nur drei Jahren absolviert“, sagt er. „Das Lernen in der kleinen Gruppe ist intensiv und macht viel Spaß.“

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