Die Digitalisierung erfordert neue Kompetenzen

Startseite / Aus- und Weiterbildung / Die Digitalisierung erfordert neue Kompetenzen
Die Digitalisierung erfordert neue Kompetenzen

Die Schlagworte Industrie 4.0, Digitalisierung und Arbeit 4.0 tauchen zunehmend in unserem beruflichen Umfeld auf. Doch was bedeuten die Veränderungen für Unternehmen und die Qualifizierung der Mitarbeiter? Überall in unserem Lebens- und Arbeitsbereich hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Wir gehen heute selbstverständlich mit den neuen Medien um und nutzen sie privat und beruflich. Denn die Digitalisierung bietet durch ihre Schnelligkeit und Flexibilität viele Vorteile, die man nicht mehr missen möchte. So ermöglichen automatisierte Prozesse in der Industrie Produktionsabläufe, die auf individuelle Kundenwünsche eingehen. Im Bereich Logistik und Lagerhaltung, wo es um Geschwindigkeit geht, ist die Digitalisierung ein Paradigmenwechsel.

Es führt kein Weg daran vorbei, dass dieser „revolutionäre“ Wandel auch durch geeignete Bildungsangebote begleitet werden muss. Denn der Umgang mit der digitalen Welt erfordert zum einen die Bereitschaft, sich auf Veränderungen einzustellen und lebenslang zu lernen, zum anderen werden neue Kompetenzen gebraucht, um die komplexen Prozesse zu verstehen und zu nutzen. Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) und der Bildungsdienstleister Provadis luden daher im Dezember zu einer aktuellen Fachveranstaltung mit dem Thema „Kompetenzen der Zukunft – Weiterbildungskonzepte 4.0“ ein. Rund 100 Teilnehmer – Personalverantwortliche und Manager unterschiedlichster Branchen – nutzten die Gelegenheit zum Austausch und diskutierten mit den Fachreferenten. So stellte das Automatisierungsunternehmen Festo in Frankfurt seine innovative „Lernfabrik“ vor. Darin können arbeitsplatzbezogen alle Mitarbeiter – vom Azubi bis zum Manager – über digitalisierte Prozesse geschult werden. Diese Einrichtung hat den Vorteil, dass die Mitarbeiter nicht tagelange Seminare besuchen, sondern auch in kleinen Zeiteinheiten bis zu zwei Stunden Inhalte erlernen, die sie unmittelbar für ihren Aufgabenbereich verwenden können.

„Heute reicht es nicht mehr aus, einen Kurs besucht zu haben. Denn das heißt noch nicht, dass man das Wissen auch anwenden kann“, ist Klaus Zimmermann, Leiter Training und Consulting Deutschland der Festo Didactic, überzeugt. „Wir legen viel mehr Wert darauf, das angeeignete Wissen in die Umsetzung zu bringen, was an Verhaltensveränderungen deutlich wird. Die zukünftigen entscheidenden Kernkompetenzen von Mitarbeitern und Führungskräften sind in vielen Unternehmen vergleichbar. Dazu gehören die Themen Lernfähigkeit und Problemlösungsfähigkeit. Entscheidend beim Lernen ist die Wiederholung. Wir müssen dafür entsprechende Angebote schaffen, die den Mitarbeitern helfen, ihre Arbeitssysteme weiterzuentwickeln. Durch die arbeitsplatznahe Lernfabrik ermöglichen wir auch den Mitarbeitern, die wenig in Lernprozessen sind, in eine natürliche Umgebung zu kommen, die sie kennen.“

Vor allem von den Führungskräften werden in Zukunft spezifische Kompetenzen und Verhaltensveränderungen erwartet. Sie sollen wie Unternehmer handeln und in die Lage versetzt werden, fachübergreifend und vernetzt zu denken. „Führungskräfte sollten dafür Sorge tragen, dass sie in einem kontinuierlichen Prozess sind, sich mit Neuem zu beschäftigen und eine Lernagilität zu entwickeln“, betonte Dr. Volker Casper, Leiter Top Executive Development der Fraport AG. Neugierde sei dafür die beste Basis. Dieser Prozess helfe ihnen, den digitalen Anforderungen zu begegnen und ein Vorbild für die Mitarbeiter zu sein.

Um Fach- und Führungskräfte in der Industrie auf diese Herausforderungen vorzubereiten, bietet der Bildungsdienstleister Provadis am Industriepark Höchst für Auszubildende und alle Mitarbeitergruppen spezifische Bildungsprogramme und digitale Lernmethoden an. „Für uns spielt das Thema Digitalisierung eine große Rolle“, sagt Dr. Astrid Merz, Leiterin Weiterbildung bei Provadis. „Wir begleiten Menschen mit den passenden Angeboten bei allen notwendigen beruflichen Veränderungen. Gemeinsam mit Unternehmen entwickeln wir arbeitsplatzbezogene Schulungstools für die Mitarbeiter, die sie auf die Anforderungen der Digitalisierung vorbereiten.“

Experten-Meinung von Provadis
Große Veränderungen auch in der Bildung

„Die Auswirkungen der Entwicklungen von Industrie 4.0 sind noch nicht im Detail absehbar. Dennoch weisen Vordenker wie Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums in Davos (so etwa in seinem Buch „Die Vierte Industrielle Revolution“) auf umfassende Veränderungen hin und wir beobachten diese schon in verschiedenen Branchen und Möglichkeiten. Darunter die Augmented Reality, deren Einsatzgebiete im beruflichen Kontext des verarbeitenden Gewerbes einiges erwarten lässt. Die Chemische Industrie mit ihrer Produktion und ihren Prozessen scheint zwar erst in späteren Wellen direkt betroffen zu sein. Zuerst und vor allem stärker trifft es nach Ansicht des Fraunhofer Institutes Stuttgart andere Branchen. Dennoch sind in Bereichen, die jedes Unternehmen betreffen, auch die der chemischen und pharmazeutischen Industrie wie die Felder Logistik, kaufmännische Tätigkeiten und Personalwesen, Marketing sowie Energieversorgung oder die Planung von Produktionsanlagen schon heute Änderungen wirksam oder kündigen sich an. Auch gibt es erste millionenschwere joint ventures zwischen Unternehmen der Pharmaindustrie und Google, die dem Thema der personalisierten Medizin nachgehen, woraus entsprechende Innovationen zu erwarten sind. Die Tops von den Flops der möglichen Trends zu unterscheiden und gute Ansätze schnell und konsequent zu verfolgen wird nun eine der Aufgaben der Zukunftsgestaltung der Digitalisierung sein. Insgesamt betrachtet handelt es sich um eine Modernisierungsstrategie der Industrie, deren aktive Gestaltung nicht nur den Unternehmen, sondern auch den Menschen Chancen bringen wird.

Nimmt man die methodischen und inhaltlichen Facetten von Bildung, Digitalisierung und Industrie 4.0 zusammen, dann wird deutlich, dass sich Veränderungen ergeben. Provadis ist schon heute weit voran mit dem Einsatz von digitalen Medien in der Beruflichen Bildung. Sei es im Bereich des eLearnings und der Lernplattfomen, die in Aus-, Weiter- und Hochschulbildung eingesetzt werden, oder in der Unterstützung von Unternehmen beim virtuellen Abbilden von Produktionsanlagen – um nur einige Beispiele zu nennen. Aber auch inhaltlich macht Provadis Berufstätige und Auszubildende/Studenten mit den künftigen Anforderungen vertraut und hilft seinen Lernenden und Kunden dabei, die notwendigen Kompetenzen 4.0, die nicht nur – aber zunehmend mehr – aus Wissen und Können rund um die Digitalisierung bestehen –, zu entwickeln.“

Dr. Karsten Rudolf, Prokurist Provadis, ist u.a. zuständig für die AG „Provadis 4.0“
Mehr Infos dazu finden Sie unter www.provadis.de/themenwelten

Red. und Fotos: Provadis

[Gesamt:2    Durchschnitt: 5/5]