Fachkräftemangel: Kampf gegen das schlechte Image

Startseite / Fachkräfte-Gewinnung / Fachkräftemangel: Kampf gegen das schlechte Image
Fachkräftemangel: Kampf gegen das schlechte Image

Es scheint ein Paradoxon zu sein – zur hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland kommt gleichzeitig ein Arbeitskräftemangel, vorrangig ein Fachkräftemangel. Angebot und Nachfrage sind dabei nicht deckungsgleich, sodass sowohl qualitativ als auch quantitativ Mängel in bestimmten Berufsfeldern entstehen. Diese Berufe werden vom Landesamt für Arbeitsbeschaffung und der Bundesagentur für Arbeit zur arbeitsmarktpolitischen Zielsetzung erfasst. Mithilfe dieser Mangelberufs-Liste sollen Arbeitslose die Möglichkeit erhalten, in einem dieser Berufe aus- oder fortgebildet zu werden oder ein Studium aufzunehmen, dessen Abschluss in einem Mangelberuf resultiert. Das Arbeitslosengeld soll in dieser Zeit beibehalten werden, Voraussetzung ist allerdings eine bereits abgeschlossene Ausbildung, die mindestens zwei Jahre zurückliegt.

Wie entstehen Mangelberufe?

Die Ursachen für Besetzungsprobleme können vielfältig sein. Allem voran spielt der demografische Wandel dabei eine Rolle, durch den es an Nachwuchs in gewissen Berufsgruppen fehlt. Kleine und mittlere Unternehmen kämpfen zudem mit einem geringen Bekanntheitsgrad, außerdem haben einige Berufe, vor allem im Pflege- und Handwerksbereich, zu Unrecht ein negatives Image, das Bewerber abschreckt.
Eine weitere Schwierigkeit ist die sich immer stärker abzeichnende Abwanderung in die Großstädte, durch die vor allem in ländlicheren Gegenden ein Fachkräftemangel immer deutlicher abzeichnet. Auch die Arbeitsbedingungen vieler Mangelberufe schrecken potentielle Bewerber ab – festgelegte Arbeitszeiten mit geringer Flexibilität, teilweise Schichtarbeit, befristete Verträge, kaum Zugeständnisse und eine schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind Kriterien, die viele Ausbildungsplatzsuchende davon abhalten, sich überhaupt erst auf einen dieser Berufe zu bewerben.

Aktuelle Mangelberufe

Die aktuelle Mangelberufsliste 2015 wird von fünf Handwerksberufen angeführt: Auf Platz eins finden sich dabei die Fräser, gefolgt von Schwarzdeckern, Drehern, Landmaschinenbauern und Dachdeckern. Die Chancen, in einem dieser Berufsfelder einen Ausbildungsplatz zu bekommen, stehen gut – im Gegensatz zu den „angesagten“ Berufen, beispielsweise im IT-Bereich oder der Wirtschaft. Es werden so verzweifelt Fachkräfte gesucht, dass Unternehmen mittlerweile auf qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland zurückgreifen, seit 2013 sogar aus Nicht-EU-Ländern, was sich davor als schwieriges Unterfangen erwiesen hatte. Voraussetzung hierfür ist, dass sie in ihrem Heimatland eine Ausbildung für einen Mangelberuf erlernt haben, der in Deutschland anerkannt wird. Allerdings gibt es auch bei nur teilweise anerkannten Abschlüssen die Möglichkeit, sich nachträglich zu qualifizieren.

[Gesamt:4    Durchschnitt: 5/5]