Author: Bernd Eckhardt

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Leichte Sprache, Einfache Sprache – zu viele Nutzer?

Leichte Sprache, Einfache Sprache – zu viele Nutzer?

Auch wenn sich die Begriffe Leichte Sprache und Einfache Sprache in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend festgesetzt haben, werden sie oft nicht trennscharf voneinander geschieden, obwohl die damit verbundenen Konzepte erkennbare Unterschiede aufweisen. Die Konfusion wird sicher auch genährt durch verwandte Initiativen, z. B. die einer „Verständlichen Sprache“ für Veröffentlichungen von Verwaltungen. → mehr lesen

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Die Marke Luther, die Innerlichkeit und die Bildung

Die Marke Luther, die Innerlichkeit und die Bildung

Der lutherische Christ ist einsam, einzeln und innerlich“ befindet der Medientheoretiker Norbert Bolz und spricht von einer „kopernikanischen Wende zur Innerlichkeit“, die Luther ausgelöst habe durch die Vorstellung, dass das Reich Gottes bereits da ist, in dem und für denjenigen, der glaubt. Das Seelenheil ist allein durch den Glauben zu erlangen: sola fide! Durch Luther sei der Christ überhaupt erst religiös autonom geworden, ohne diese Wende würde es die moderne Individualität gar nicht geben. → mehr lesen

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Von wem reden wir, wenn wir von Martin Luther reden?

Von wem reden wir, wenn wir von Martin Luther reden?

Man konnte sich schon vor dem 31. Oktober des vergangenen Jahres im Luther-Jubiläumsjahr wähnen angesichts der Bücherflut, unzähliger Konzerte und Ausstellungen sowie der Devotionalienvielfalt: Luther als Comic, sein Konterfei auf Wollsocken, das Cranach-Porträt auf Tellern, Tassen und Postern, die Lutherrose als Goldmünze und eine nachträglich korrigierte Playmobilfigur, die in der ersten Version zu Missverständnissen Anlass bot. → mehr lesen

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Integration – zwischen Abwehrzauber und Teilhabeanspruch

Integration – zwischen Abwehrzauber und Teilhabeanspruch

Die Häufigkeit und Bestimmtheit, mit der dieses Schlagwort in der politischen Auseinandersetzung verwendet wird, steht in auffälligem Kontrast zu seiner Vieldeutigkeit. Auch das jüngst verabschiedete Integrationsgesetz löst diese nicht auf. Der eigentlich aus der Migrationssoziologie stammende Begriff ist auch dort umstritten, über ein anerkannt gültiges Maß gelungener Integration verfügt man nicht; ein vager Konsens besteht dahingehend, dass es sich dabei nicht um eine einseitige Erwartung an die Einwanderer, sondern um einen Prozess wechselseitiger Veränderung handele. → mehr lesen

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Vielfalt: zur Karriere eines Begriffs

Vielfalt: zur Karriere eines Begriffs

„Vielfalt ist wertvoll“ lautet eine vielerorts anzutreffende Auffassung, die auf unterschiedlichste Lebensbereiche Anwendung findet. Sei es, dass in größeren Städten die Internationalität eines gastronomischen und kulturellen Angebots goutiert wird, sei es, dass im politischen Meinungskampf „Vielfalt statt Einfalt“ herrschen soll, oder Lokalpolitiker und Konzernlenker die Anwesenheit von Angehörigen vieler Nationen als Bereicherung des Alltags und der Wirtschaft preisen. „Soziokulturelle Vielfalt“, liest man in einer Veröffentlichung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, sei ein wesentlicher Motor für gesellschaftliche Entwicklung; Vielfalt wird im gleichen Text zum grundlegenden Prinzip von Natur, Kultur und Gesellschaft erklärt. Dass aus gesellschaftstheoretischer Perspektive das umstandslose Schließen von Ökosystemen der Natur auf soziale Systeme problematisch sein könnte, wird nicht erwähnt. → mehr lesen

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Das grammatische Geschlecht: seine Reize, seine Tücken

Das grammatische Geschlecht: seine Reize, seine Tücken

Jedes Substantiv hat eins, einige sogar zwei. Die Rede ist vom grammatischen Geschlecht (lat.: Genus). Für alle Substantive des Deutschen ist ein solches Genus festgelegt, unabhängig davon, ob die dadurch bezeichneten Gegenstände im biologischen Sinne als weiblich oder männlich zu bestimmen sind: die Gabel, der Löffel, das Messer. Im deutschen Rechtschreibwörterbuch ist es durch den bestimmten Artikel (der, die, das) angegeben; „das“ zeigt das Neutrum an. Im Übrigen markieren – wie der Linguist dies nennt – auch die Adjektive und einige Pronomen das Genus: ein grüner Baum, eine grüne Jacke, ein grünes Blatt bzw. dieser, diese, dieses. „Die Verteilung ist ohne Sinn und Methode“, wie Mark Twain zu Recht einst kritisch feststellte. → mehr lesen

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Pausenfüller: Wie uns das Reden beim Denken enteilt!

Pausenfüller: Wie uns das Reden beim Denken enteilt!

Sie kommen nahezu in allen Dialogen und Vorträgen vor, sind eher ungeliebt und gelten als störend. Die Rede ist von den „ähs“ und „ähms“ und ihren Verwandten. Der Duden stellt neutral fest, das „äh“ gehöre zur Wortklasse der Partikel und diene dazu, „bei unkonzentriertem Sprechen kurze Sprechpausen zu überbrücken“. Das Wiki-Wörterbuch „Wiktionary“ nennt die „Gesprächspartikel“ ein „Füllwort“ und kommentiert mit erhobenem Zeigefinger: „Ein unmotiviertes „äh“ wird auch heute noch als rhetorisch negativ und unhöflich empfunden.“ Sprechwissenschaftler hingegen nennen die einsilbige Äußerung einen Verzögerungslaut, wollen es also als Wort gar nicht gelten lassen, gestehen ihm gleichwohl zu, ein paar wichtige Aufgaben zu erfüllen. → mehr lesen

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Die siebziger Jahre und die Folgen der 68er-Bewegung: zwei Rezensionen

Die siebziger Jahre und die Folgen der 68er-Bewegung: zwei Rezensionen

Ulrich Raulff, Wiedersehen mit den Siebzigern. Die wilden Jahre des Lesens, Klett-Cotta 2014
Philipp Felsch, Der lange Sommer der Theorie, C. H. Beck, 2015

Hartnäckig hält sich die Legende, nach der die 68er-Bewegung zur Liberalisierung und Demokratisierung der Gesellschaft der alten Bundesrepublik maßgeblich beigetragen habe.
Der Frankfurter Historiker Gerd Koenen hatte dagegen schon zur Jahrtausendwende in seiner umfangreichen Studie zum „Roten Jahrzehnt  (1967-77)“ über „die vielen Ambivalenzen ein und derselben Bewegung“ festgestellt, dass sie höchstens als Katalysator jenes großen sozialkulturellen Umbruchs fungierte, der sich eher außerhalb als innerhalb ihrer Milieus vollzog, eher ohne sie, als mit ihr. → mehr lesen

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Von Gästinnen, Studierx und männlichen Professorinnen

Geschlechtergerecht - Marco2811/fotoliaWas will und was bewirkt die geschlechtergerechte Sprache?
Seit die Anglistin Luise F. Pusch vor drei Jahrzehnten „Das Deutsche als Männersprache“ identifizierte, hat sich der Sprachgebrauch in Behörden, Unternehmen und der Öffentlichkeit grundlegend gewandelt. Die Absicht, das weibliche Geschlecht auch in sprachlichen Formen sichtbar zu machen, hat eine Vielzahl von verbindlich anzuwendenden Leitfäden in den öffentlichen Verwaltungen des deutschsprachigen Raums hervorgebracht. → mehr lesen

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Anglizismen: Wen sie nerven und warum

Anglizismen - VRD/fotoliaVielfach ist die Rede vom Niedergang der deutschen Sprache, gar von ihrem „Verfall“, stets begleitet von der Klage über die Verballhornung der deutschen Sprache durch Anglizismen. Deren rasante Zunahme in den letzten Jahrzehnten ist unstrittig, ihre geschätzte Zahl ¬ je nach Definition und Zählweise – umstritten.
Die Anglizismus-Kritik sucht zunächst nach sprachlichen Fundierungen und macht sich die generellen Vorbehalte gegen die Übernahme von Fremdworten zu eigen: Fremdwörter seien schädlich, weil sie a) aus anderen Sprachen ins Deutsche kommen und deshalb fremd sind und bleiben, b) die Sprache unverständlich machen und c) die Struktur der Sprache zerstören oder zumindest gravierend verändern. → mehr lesen

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